Botanischer Garten und kein Ende

Heute war die Sitzung nach zwei Stunden zu Ende und ich war eher überrascht, dass ein Thema gar nicht aufgerufen wurde, welches seit geraumer Zeit die Presse beschäftigt: der Botanische Garten. Zuerst einmal handelt es sich um einen Arbeitskampf zwischen verdi und der FU, bei dem die Hintergründe allerdings etwas verschwommen sind.

Der Botanische Garten (begründet im 16. Jahrhundert) wurde Mitte der 1990er Jahre von Stadt der FU durch Gesetz zugewiesen. Berlin wollte im Zuge der eigentlich geplanten Fusion mit Brandenburg seine Bilanz bereinigen, durch Verlagerung des Botanischen Gartens an die FU konnte sich der Politische Senat geschickt eines finanziellen Problems entledigen. Es war nun Aufgabe der FU und nicht mehr des Roten Rathauses, für ausgeglichene finanzielle Verhältnisse im Botanischen Garten zu sorgen. Zwar gab es zunächst Geld für den Botanischen Garten im Rahmen des FU-Haushalts, aber ab Ende der 90er Jahre wurde der Freien Universität ein Sparkurs aufgezwungen, den das Präsidium anteilig an den Botanischen Garten weitergeben wollte. Hätte man das nicht getan, hätte in den Fachbereichen stärker gekürzt werden müssen – und dass die Bereitschaft hierzu sehr gering war, dürfte klar sein: Solidarität bedeutet nun einmal, dass alle ihren Beitrag leisten müssen.

Das Präsidium hatte seinerzeit mit der IG Bau einen Plan ausgearbeitet, wie man diese Kürzungsrunden so verträglich wie möglich gestaltet. Doch da hatte man die Rechnung ohne verdi gemacht. Beim internen Streit um die Frage, welche Gewerkschaft denn hier zuständig sei, setzte sich verdi durch und besteht seitdem auf der Forderung, dass die Kürzungen am FU-Haushalt nicht an den Botanischen Garten weitergegeben werden. Vielmehr soll der Botanischen Garten weiter tariflich so ausgestattet werden wie vor den Kürzungsrunden in den 90er Jahren. Damit bricht der Konflikt wieder auf, der eigentlich bereinigt schien: Wenn beim Botanischen Garten alles so bleibt, wie es war – an welchem Fachbereich wird dann das Geld eingespart? Welche Lehrstühle sollen dann zur Disposition stehen? Verdi wird diese Fragen vermutlich nicht interessieren, denn dort geht es ums Prinzip.

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