Frauenförderpläne und Lehraufträge

Auf der Sitzung am Mittwoch standen die Frauenförderpläne auf dem Programm. Da der Tagesspiegel ausführlich berichtete, werde ich darauf nicht näher eingehen. Es gab noch einen zweiten Besprechungspunkt, der zwar in der Presse keinen Widerhall fand, aber in meinen Augen auch erwähnenswert ist: Lehraufträge.

An unserem Fachbereich werden Lehraufträge sehr oft von Personen wahrgenommen, denen es wichtig ist, Kontakt zu Studentinnen und Studenten zu halten. Geld spielt da eine untergeordnete Rolle und es ist nicht selten so, dass die Inhaber dieser Lehraufträge mehr verdienen als mancher Hochschullehrer bei uns. Das ist aber an der Universität nicht die Regel. Es gibt durchaus den einen oder anderen Fachbereich, bei dem die Bezahlung eines Lehrauftrags für die Lehrende viel Geld bedeutet. Allerdings ist diese Bezahlung keinesfalls angemessen. Geld gibt es pro Unterrichtsstunde, der Lehraufwand aber ist (gerade in Zeiten von Bachelor und Master) um einiges höher: Es müssen Vorlesungen vorbereitet, Übungsaufgaben korrigiert, eine Klausur entworfen, eine Wiederholungsklausur konzipiert und beide Klausuren korrigiert sowie wöchentliche Sprechstunden abgehalten werden. Natürlich wirkt ein Betrag von 41€ pro Unterrichtsstunde auf den ersten Blick fürstlich, wenn man aber die Qualifikation der Lehrenden bedenkt (für 41€ muss man habilitiert sein!) und die Nebenaufgaben einbezieht, schmilzt der stolze Betrag vermutlich unter den gerade beschlossenen Mindestlohn. Noch drastischer wird der Vergleich zu Handwerkern: Hier kostet die (volle) Arbeitsstunde in Berlin derzeit mindestens 33€ plus Mehrwertsteuer aufwärts.

Natürlich wäre für die, die darauf angewiesen sind, eine Erhöhung notwendig. Man muss aber auch sehen, dass anscheinend einige Studiengänge sehr stark auf Lehrbeauftragte angewiesen sind und deren Fachbereiche dann in finanzielle Bedrängnis geraten (in einer früheren Sitzung wurde ein Studiengang deshalb nicht eingeführt, weil er ausschließlich von Lehrbeauftragten gehalten werden sollte). Dieser Konflikt ist nicht leicht zu lösen und in der Sitzung konnte das Problem nur besprochen werden. Ich bin gespannt darauf, wie die Auseinandersetzung weiter geht.

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